Der Arbeitgeberverband für die Land- und
Forstwirtschaft in Bayern e.V. bietet:
Info, Beratung, Unterstützung und Vertretung

AKTUELLES

Gesetzlicher Mindestlohn im Jahr 2020

Der gesetzliche Mindestlohn betrug im Jahr 2019 9,19 Euro pro Stunde. Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt. Im Juni 2018 hat die Mindestlohn-Kommission empfohlen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Schritten jeweils 2019 sowie 2020 zu erhöhen.Die Bundesregierung ist diesem Vorschlag im Oktober 2018 per Verordnung gefolgt. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt somit seit dem 1. Januar 2020 9,35 Euro. Gemäß dem Entgelttarifvertrag für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft gilt in der Lohngruppe 1a (AN, die Arbeiten ausführen, die weder eine Berufsausbildung noch eine Anlernzeit erfordern und nach kurzer Einarbeitungszeit ausgeübt werden, bei einer ununterbrochenen Betriebszugehörigkeit von bis zu 4 Monaten) der gesetzliche Mindestlohn.

Rundschreiben Nr. 3/2019

Ab sofort steht das Rundschreiben Nr. 3/2019 zum Download im Mitgliederbereich bereit.

Resolution anlässlich der Mitgliederversammlung vom 29.05.2019

Resolution der Mitgliederversammlung
des Arbeitgeberverbandes für die Land- und Forstwirtschaft
in Bayern


„In größter Sorge um unsere Arbeitsplätze und die Erhaltung der
land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im ländlichen Raum“


Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Garten- und Weinbau sind durch das ideologisch aufgeheizte Klima in unserer Gesellschaft extrem verunsichert und in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet. Immer weniger Betriebsnachfolger sind unter diesen Rahmenbedingungen zur Betriebsübernahme bereit.

Wir fordern, dass die Erhaltung von Arbeitsplätzen und wirtschaftlich gesunder, zukunftsfähiger land- und forstwirtschaftlichen Betriebe im ländlichen Raum einen ebenso großen Stellenwert in Politik und Gesetzgebung erhält, wie Artenvielfalt und Naturschutz.

Wir erwarten von der Politik Anerkennung und Unterstützung für unseren Einsatz zur nachhaltigen, wirtschaftlich erfolgreichen Entwicklung und Erhaltung unserer Betriebe und Arbeitsplätze im ländlichen Raum.

Denkendorf, den 29.Mai 2019

Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2019

Die Mindestlohnkommission hat den Beschluss gefasst, den gesetzlichen Mindestlohn zum 1. Januar 2019 von 8,84 Euro/Stunde auf 9,19 Euro/Stunde und ab dem 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro/Stunde zu erhöhen. Für die bis zum 30. Juni 2020 vorzunehmende Anpassungsentscheidung mit Wirkung zum 1. Januar 2021 wird der Betrag von 9,29 Euro/Stunde zugrunde gelegt werden. Der Beschluss basiert auf § 9 Mindestlohngesetz.

Die Bundesregierung kann nunmehr die von der Bundeslohnkommission vorgeschlagene Anpassung des Mindestlohns durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates für alle Arbeitgeber sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbindlich machen.

Die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 9,19 Euro/Stunde ab Januar 2019 wurde von Arbeitgeberseite erwartet. Völlig überraschend ist der Vorschlag der Mindestlohnkommission, bereits ab Januar 2020 die nächste Erhöhung auf 9,35 Euro vorzuschlagen. Für unsere betroffenen Betriebe ist dies eine zusätzliche nicht vorhersehbare Belastung. Die Planungssicherheit für Investitionen in die Zukunft nimmt damit ab.

Neue Tarifverträge in der Landwirtschaft- und Forstwirtschaft sowie für Auszubildende

Nach intensiven Verhandlungen und jahrelangem Stillstand ist es nunmehr gelungen, die Tarifverträge in der Land- und Forstwirtschaft Bayerns komplett neu zu regeln. Die bisherigen Tarifverträge für Landarbeiter, Angestellte, Melker, Schweinewärter und private reine Forstbetriebe werden ersetzt durch einen gemeinsamen Tarifvertrag für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft.

Da die letzte reguläre Lohnerhöhung im Jahr 2014 erfolgte, wurden die Tabellenentgelte auf Basis der am 30.06.2015 geltenden Tariflöhne vorab in einem internen Rechenschritt um 3% erhöht. Ab dem 01.05.2018 erfolgt eine weitere Erhöhung um 3%, wobei für die Monate Januar 18 bis einschließlich April 18 eine pauschale Nachzahlung von 264,00 € vereinbart wurde. Die neuen Tabellenentgelte gelten somit ab dem 01.05.2018. Ab dem 01.01.2019 erfolgt eine weitere lineare Erhöhung um 2,5 %, ab dem 01.01.2020 eine Erhöhung um 1,5 %. Die Tarife können frühestens zum 30.06.2020 gekündigt werden.

Der Rahmentarifvertrag wurde komplett neu gestaltet, so umfasst er nunmehr von der Saisonarbeitskraft bis zum Universitätsabsolventen in verantwortlicher Tätigkeit elf Lohngruppen. Diese sind nach Ausbildung, Fähigkeit und Tätigkeit gegliedert, unabhängig davon, in welchem land- oder forstwirtschaftlichen Bereich der Arbeitnehmer tätig wird.

Bis zuletzt war die Flexibilisierung der Arbeitszeit umstritten, es konnte jedoch ein Kompromiss erzielt werden, der die Möglichkeit eröffnet, die Arbeitnehmer bis zu 60 Stunden pro Woche zu beschäftigen, soweit im Jahresdurchschnitt 40 Stunden pro Woche eingehalten werden und die Vergütung auf Basis von 174 Stunden pro Monat bezahlt wird.

Erstmals ist auch die Vergütung einer Rufbereitschaft geregelt, da diese in den hochtechnisierten Betrieben immer wichtiger wird. Ebenfalls wurden erstmals einheitliche Regelungen zum Einsatz einer Motorsäge und zur Akkordarbeit geschaffen, sowie die Möglichkeit, auf betrieblicher Ebene Erfolgsbeteiligungen und Prämien zu vereinbaren.

Der Urlaub beträgt nunmehr unabhängig von Lebensalter und der Betriebszugehörigkeit generell 28 Tage in der Fünftagewoche bzw. 34 Tage in der Sechstagewoche.

Die sogenannte „Winterkündigung“, wonach in den Monaten Dezember und Januar infolge von Witterungseinflüssen das Arbeitsverhältnis mit kurzer Frist gekündigt werden kann, wenn eine Wiedereinstellung bis spätestens 01. März vereinbart wird, gilt jetzt für alle land- und forstwirtschaftlichen Arbeitnehmer.

Mit diesem Tarifvertrag ist es gelungen, einen großen Schritt für die Zukunftsfähigkeit der bayerischen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberbetriebe zu machen.

Im Kontext der neuen Arbeitnehmertarifverträge wurden auch der Rahmen- und Vergütungstarifvertrag für Auszubildende sowie der Tarifvertrag zur Festsetzung des Nutzungsentgelts für Werkswohnungen neu gefasst.

Eine genauere Erläuterung der neuen Tarifverträge ist dem aktuellen Rundschreiben Nr. 1/2018 zu entnehmen.